“UHLEN HELAU“

30 Jahre Faschingsfreunde Steinbach - ein Rückblick

von Peter Anhalt

"Faslobet" wird in Steinbach schon seit uralten Zeiten gefeiert. Zwei Tage Tanz, reichlich Mummenschanz, der Ebsenbär und das Würsteeinsammeln gehören dazu. Welchen Fastnachtsruf die Steinbächer damals in ihrem Übermut riefen, ist in den trockenen Akten nicht überliefert. Das heute beliebte "Uhlen Helau" (Eulen Helau: Eulen sind das Wappentier der Steinbächer) ist wohl eine Erfindung der Neuzeit und bezieht sich auf Rheinische Traditionen. Ich hörte das "Uhlen Helau" erstmals in den 1960er Jahren im Kindergarten.

 

In den 1980er Jahren gab es keine Tanzveranstaltung mehr, weil die Steinbächer Band "Saxonas" Hofkapelle in Siemerode war. Als jedoch Dorfclubmitglieder 1986 wieder einen Fastnachtstanz für den Sonntag Abend planten, waren die Veranstalter ganz erstaunt, über die lustig verkleideten Steinbächer und die dargebotenen Büttenreden. Sie mussten nun schell Preise für die schönsten Kostüme auftreiben.

Den ersten Preis bekam eine geheimnisvolle Großfamilie, den 2. Preis eine Horde wilder Urmenschen. Weiter waren Schlafmützen und das Sägerpaar „Klaus & Klaus“ zugegen. Eine Büttenrede (ein Lumpensammler, Christel Kinzel) und der Bänkelgesang "Steinbächer Uhln" (aus der Feder von Peter Anhalt) bereicherten den närrischen Sonntagabend. Ingolf Schneider beeindruckte durch seine temperamentvollen Ansagen. Werner Föllmer kommentierte: „Dan sieh me noch im Farnsiehn, daer es jo besser wie Kulenkampp“.

Was damals keiner wusste: Ingolf Schneider wurde kein Showmaster, aber an jenem Fastnachtssonntag 1986 wurde eine neue Tradition geboren. Die Sonntage der Fastnachtsszeit wurden in den Folgejahren immer unterhaltsamer, der Saal war, ganz ungewöhnlich für Steinbächer, sehr früh bis zum letzten Platz gefüllt. Zu den Gruppen und Einzelpersonen der ersten Veranstaltungen kamen andere hinzu und bald gab es ein spontanes, abendfüllendes Programm, das in geordnete Bahnen gelenkt werden musste. Die Programmplanung übernahm zunächst Peter Anhalt, später Jörg Schneider. Conférencier war in den Anfangsjahren Werner Föllmer.

Was zeichnet nun den Steinbächer Fasching aus, der nunmehr seit vielen Jahren von Jörg Schneider organisiert wird.

 

Vor allem ist er gekennzeichnet durch Spontanität. Dörfliche Themen werden humorvoll in Bütt und Show behandelt. Charakteristisch sind Sketsche und Showeinlagen, die im Steinbächer Milieu spielen. Pfarrer, Bürgermeister, Bauern, Handwerker und verschiedenste Steinbächer Originale werden aufs Korn genommen und gekonnt imitiert. Besonders gern werden Späße über das Nachbardorf Reinholterode gemacht und es vergeht kein Faschingsabend, ohne Anspielungen auf die "Hasenpetchen".

Da die Steinbächer von den Reinholterödern im Gegenzug als Ossen (Ochsen) verspottet werden, so hieß es bei einer Bütt, als Lob für einen kräftiges "Uhlen Helau": "Das war schon besser, auf jeden Fall, hier im weltweit größten Ossenstall!" Als "Eulenest" und "Ossenstall" wird der Saal der Steinbächer Faschingsgemeinde nun oft genannt und zu den "Uhlen Helau" gehört genauso das "Ossen Helau" und gelegentlich bekommen die Reinholteröder einen Gruß mit "Petschen Helau" zugerufen.

 

Auch nach 30 Jahren gibt es keinen Verein, alles läuft nach wie vor sehr spontan und ohne langwierige Planungen. Die Darbietungen sind professioneller als in den Anfangsjahren. 30 Jahre Showerfahrung sind nicht zu verleugnen. Die erfahrenden Faschingsfreunde Andreas Müller und Andreas Krull führen humorvoll durch das Programm.

Uns so freuen sich alle Steinbächer und ihre Gäste auf den "Grossen Programm- und Showabend" am 6. Februar 2016, dem Faschingstreiben im Weltweit größten Ossenstall. Und dann erklingt wieder aus vielen Kehlen der berühmte Schlachtruf: "Uhlen Helau". Möge es noch viele Jahre so sein!

 

 

Hier gehts zum Jubiläumsprogramm