Die Anfänge des Fußballsports in Steinbach

Autor: Peter Anhalt

Die Geschichte des Sports beginnt in Steinbach mit der Gründung eines Radfahrvereins "Fahr wohl".

In den 1930 Jahren waren die Radsportler sehr erfolgreich und prägten entscheidend das kulturelle Leben Steinbachs. Heinrich Bach konnte z.B. sechs mal den Wanderpokal des Verbandes erfahren, so daß er ihn behalten konnte. Der Fußballsport führte im Schatten des erfolgreichen Radfahrvereins eher ein kümmerliches Dasein. Einen kontinuierlichen Fußballbetrieb hat es in den ersten Jahren nicht gegeben.

Der Fußballsport wird erstmals am 9.8.1925 erwähnt. An diesem Tag feiert der Fußballclub Steinbach mit Musik auf dem Saal Müller ein Fest.

Am 31.8.1924, also ein Jahr zuvor, feiert ein Sportverein an gleichem Ort ein Fest. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist es der Fußballclub. Es kann also davon ausgegangen werden, daß das Fußballfieber gegen 1923 in Steinbach Fuß gefaßt hat. Bemerkenswert ist, dass sich im Nachbardorf Reinholterode am 17.4.1923 ein Fußballclub gegründet hat. Die sich formierende Steinbacher Mannschaft hatte keinen Fußballplatz. Trainiert und gespielt wurde auf der Weide des Bauern Schmidt oberhalb das Dorfes. Bei einem Spiel gegen Reinholterode (ungefähr 1929) wurde dem Steinbacher Spieler Hans Schneider (Lings Hans) eine Niere abgetreten. Dieser Unfall beendete zunächst die Steinbacher Fußballaktivitäten. Gegen 1932 formierte sich wieder eine Mannschaft, die in der "Deutschen Jugendkraft", einem katholischen Sportverband, organisiert war. Am 14.2.1932 wird vom Schriftführer der Deutschen Jugendkraft, Franz Schmidt, und dem Abteilungsleiter Johannes Schneider ein Antrag zum Bau eines Sportplatzes an den Schulzen Johannes Föllmer gestellt. Der Sportplatz wurde in der Folgezeit als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oberhalb des Dorfes angelegt. Er hatte allerdings noch nicht ganz die Größe des heutigen Sportplatzes. Wie schon Eingangs genannt, gab es in Steinbach keinen regelmäßigen Spielbetrieb. Vielmehr gab es Phasen der Begeisterung und dann wieder Phasen des Stillstandes. Größere sportliche Erfolge wurden nicht erzielt. Bisher sind Wettkampfergebnisse der Steinbacher Fußballer nicht bekannt. Spätestens mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges 1939 war die erste Etappe des Fußballsports in Steinbach beendet. Gelegentlich spielten noch Jugendmannschaften wie zwei Zeitungsberichte von 1940 und 1942 beweisen. 1942 wird in der Thüringer Gauzeitung unter der Überschrift "Jugend auf dem grünen Rasen" am 5. Juni berichtet: "Am Sonntag fanden auf unserem Sportplatz 2 Fußballspiele statt. Das Treffen Bodenrode - Steinbach Jugend endete 4 : 2." Die Männermannschaften konnten in den Kriegszeiten nicht mehr spielen, weil sich die Spieler auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges befanden.

Neuer Beginn nach dem Krieg

Nach dem Kriege konnte 1946 nur mit Mühe in einigen Dörfern des Eichsfeldes eine Fußballmannschaft aufgestellt werden. Selbst ein so großes Fußballdorf wie Wingerode stellte nach einiger Zeit den Spielbetrieb wieder ein, weil Spielermangel herrschte. Reinholterode stellte zwar 1946 eine Mannschaft, aber auch dort hatten die Menschen noch keine Zeit für das Fußballspielen. Die Mannschaft hatte keinen Bestand. Es fehlte natürlich infolge des Krieges überall an Spielern. Erst 1951 gibt es einen neuen Aufschwung im Fußball. Genau wie im Nachbardorf Reinholterode wird 1951 eine Steinbacher Mannschaft für die II. Kreisklasse aufgestellt. Sie spielt in der Staffel II. Anfang November 1951 befindet sie sich auf Platz 6 von insgesamt sieben Mannschaften. Zwei Wochen später befindet sich die Mannschaft auf dem letzten Platz. Es sieht so aus, als ob die Steinbacher Mannschaft zu keinem Spiel mehr antritt. Die Reinholteröder schaffen dagegen gleich den Aufstieg in die erste Kreisklasse. Nach dem Neustart 1951 muß es bis zu Beginn der 1960er Jahre keine aktive Fußballmannschaft gegeben haben. In der Presse wird nichts über den Sport in Steinbach berichtet. 1956 gehen die Steinbacher Fußballer mit frischen Mut an den Ausbau des Sportplatzes heran. Aus Gemeindeprotokollen erfahren wir, daß der Jugend für die Vergrößerung des Sportplatzes eine Gleisanlage mit Kipplore zur Verfügung gestellt wurde. Es werden Arbeitsstunden abgerechnet, doch am Ende des Jahres ist der Gemeinderat mit den erreichten Ergebnissen nicht ganz zufrieden und zieht das Resümee, dass nicht alles getan wurde, um die Jugend richtig zu motivieren. Spielergebnisse aus Steinbach sind in dieser Zeit nicht in der Presse zu finden.

Sport in den 1960er Jahren

Die 1960er Jahre sind durch viele sportliche Aktivitäten gekennzeichnet, die sich nicht nur auf den Fußball beziehen. Nach längerer Pause hat Steinbach 1961 wieder eine Fußballmannschaft. Im August den Jahres befindet sie sich in Staffel II der II. Kreisklasse auf dem 6. Platz von insgesamt 8 Mannschaften. Am 21. August findet auf dem Steinbacher Sportplatz ein Landsportfest statt. Empor Reinholterode wird Pokalsieger. Anwesend waren Traktor Günterode, Bodenrode und Bernterode und Röhrich. Das Werbespiel Steinbach - Röhrich gewann der Gastgeber mit 3 : 0 Toren. Die alten Herren spielten gegen Reinholterode und verloren 0 : 3. Aus dieser Zeit stammt auch das erste Mannschaftsbild einer Steinbacher Mannschaft (siehe Bild). 1962 nahm Steinbach an einem Sportfest in Reinholterode teil. Während die Fußballmannschaft verlor, ist erwähnenswert, daß die Kleinfeldhandballmannschaft der Männer Sieger wurde. 1963 wurde wieder am Sportplatz gearbeitet, so daß nicht auf ihm gespielt werden konnte und die Spiele in Reinholterode stattfanden. Es wurden Planierarbeiten durchgeführt. Am 16.6.1963 heißt es in einem Protokoll: "Die SG hat sich das Ziel gesetzt den Sportplatz fertig zu stellen. Dies wurde bis auf kleinere Arbeiten erfüllt. Am Sportplatz wurden 400 Stunden NAW (Nationales Aufbauwerk Anm. P.A.) geleistet." An anderer Stelle wird berichtet der Gemeindeverteter Theo Conrady: "Die SG hat sich seit ihrer Gründung entwickelt, so bestehen z.Z. eine Fußballmannschaft, eine Tischtennisgruppe und in den letzten Wochen wurde auch eine Frauenhandballmannschaft gegründet." 1964 wird die Frauenhandballmannschaft von Herrn Stitz; Mitarbeiter des DTSB Heiligenstadt, wöchentlich trainiert. 1964 wird auch mit dem Bau von Umkleidekabinen begonnen. In den folgenden Jahren berichtet die Presse von Spielen der Steinbacher Fußballmannschaft bei verschiedensten Sportfesten. Doch neben dem Fußball gibt es auch andere Sportarten. Als erfolgreiche Tischtennisspieler bei einem Wettbewerb werden z.B. Ewald Rittmeier und Hubert Thüne genannt. Trainiert haben die Tischtennisspieler auf dem Müllerschen Saal, der damals auch dem Schulsport zur Verfügung stand. Daß bei Sportfesten der damaligen Zeit nicht nur der Fußball im Mittelpunkt stand unterstreicht folgender Zeitungsbericht von 1966: "Während hier der Sonntagvormittag die Leicht- Athleten auf dem Plan sieht, ist der Nachmittag den Ballspielen vorbehalten. Im um 13 Uhr beginnenden Fußball- Pokalturnier kämpfen außer den Gastgebern auch Siemerode und Günterode, sowie Kalteneber im Siegeslorbeeren. Steinbachs Frauenhandballmannschaft hat Kalteneber zu Gast. Sportlerball und Siegerehrung bilden auch hier den Abschluß." Ende der Sechziger Jahre wurde Wert auf Nachwuchsarbeit gelegt. Es gab eine Schüler- und zeitweise sogar eine Knabenmannschaft. Aus der damaligen Knabenmannschaft, die mit roten Dressen spielte und vom Lehrer Conrady angeleitet wurde, ging z.B. das langjährige und aktive Vereinsmitglieder hervor.

Die 1970 Jahre

Die 1970 Jahre waren stärker durch den Fußball geprägt. Zwar wird 1972 in der Jahreshauptversammlung der Sportgemeinschaft beschlossen, wieder eine Sektion Tischtennis und eine Sektion Schwimmsport zu gründen, doch hatten diese Beschlüsse keine langfristigen Folgen. Während ab und zu Tischtennis gespielt wurde, ist es zu einem Schwimmannschaft nie gekommen. Die Fußballmannschaft spielte in der III. Kreisklasse.

Fußball ab den 1980 Jahren

In den 1980 Jahren spielte Steinbach erstmals in der II. Kreisklasse. Es gab jedoch auch wieder Abstiegsschmerz. Doch Ende der 1980er Jahre hatte Steinbach sehr gute Mannschaften und das Niveau konnte viele Jahre gehalten werden.