Geschichte des Wallfahrtsortes

um 1200 Das Zisterzienserinnenkloster Beuren wird gegründet, später hat das Kloster Besitzungen in Etzelsbach.
um 1400 Wahrscheinlich in dieser Zeit wird das Dorf Etzelsbach aufgegeben, die ehemalige Dorf kirche bleibt bestehen. Nur mittelalterliche Scherbenfunde künden von der einstigen Siedlungsstätte.
1525 Im Bauernkrieg findet die „Kirche unserer Lieben Frau“ zu Etzelsbach erstmals Erwähnung, ein Bruder wohnt dort, wahrscheinlich kümmert er sich um die Pilger. Die Kirche und das Haus brennen ab.
1537 … sind sie noch nicht wieder aufgebaut.
um 1550 Die Pfarrei Steinbach wird gegründet. Später wird der Wallfahrtsort von Steinbach aus betreut.
1555 Im Eichsfeld wütet die Pest. Die letzte Äbtissin des Zisterzienserinnenkloster Beuren stirbt, das klösterliche Leben kommt zum Erliegen. Etzelsbach ist Wüstung.
1602 Mit dieser Jahreszahl war ein heute nicht mehr vorhandener, tragbarer Altar gekennzeichnet. Er könnte Zeugnis davon geben, dass am Standort der im Bauernkrieg zerstörten Kirche eine kleine Kapelle entstanden ist.
1600-1618 Die Ländereien in Etzelsbach werden verkauft, die Bauern der Umgebung nutzen sie.
1617/18 Neubesiedlung des Klosters Beuren durch Zisterzien serinnen aus Kloster Teistungenburg.
1623 In Heiligenstadt bricht eine Pferdeseuche aus. Die Jesuiten schicken einen ratsuchenden Pferdebesitzer aber nicht nach Etzelsbach. Etwas später erinnert Dechant Johannes Simerodt († 1651), zuständiger Pfarrer von Wingerode, an eine ehemalige Wallfahrt in Etzelsbach wegen „Menschen- und Viehsterbens“. Er empfiehlt Winge röder Bauern eine Wallfahrt mit Pferden dorthin. In dieser Zeit dürfte das Gnadenbild, eine schmerzhafte Gottesmutter, neu entstanden sein.
1639 Es stirbt der Reifensteiner Abt Philipp Busse, der als prominenter Etzelsbachwallfahrer Erwähnung findet.
1657 In der ersten erhaltenen Kirchenrechnung von Steinbach werden Einnahmen zu drei Wallfahrtstagen (Eier und Geld) verzeichnet.
1709 Zu den Wallfahrten kommen mehr als 100 Pferde.
1793 Kirchenrechnungen erwähnen: „für die drei Wallfahrtspredigten in das Kloster von Stadtworbis bezahlt 2 Taler.“ Franziskaner aus Worbis haben im ganzen 18. Jahrhundert in Etzelsbach gepredigt.
1802 Es wird eine neue Fachwerkkapelle errichtet. Der Vorgängerbau ist alt und baufällig. Ihr Aussehen ist überliefert. Der Besucher der Etzelsbachkapelle kann sie in einem Gemälde an der Westwand entdecken.
1850 Choleraepidemie im Eichsfeld. Pfarrer Johann Bartholomäus Döring berichtet: „Tag und Nacht war die Kapelle von andächtigen Wallfahrern aus Nah und Fern besetzt, die liebe Mutter Gottes, die in schweren Krankheiten schon früher sich hier laut allgemeiner lebhafter Tradition sehr hilfreich erwiesen, um ihre Fürbitte anzuflehen.“
1897/98 Die heutige Wallfahrtskapelle wird gebaut. Es ist ein neugotischer, dreischiffiger Bau mit einem charakteristischen, sehr spitzen Dachreiter.
1978 Erstmals werden zur Pferdewallfahrt Pferde von einem Priester nach dem Wallfahrtshochamt gesegnet. Zuvor war das dreimalige Herumführen der Pferde um die Kapelle ein Akt privater Frömmigkeit.
1979 Pfarrer Gerhard Miksch führt die Fahrzeugsegnung ein.
2005 Zur Pferdewallfahrt werden 375 Pferde und zur Fahrzeugsegnung ca. 250 Fahrzeuge gesegnet.
2011 Seit Juni 2011 wird jährlich jeden Sonntag (von Juni bis 23. September) um 17.00 Uhr eine Marienvesper in der Kapelle gefeiert.
23.9.2011 Papst Benedikt XVI. feiert mit ca.90.000 Gläubigen eine Marienvesper auf der Wiese nordwestlich neben der Kapelle. Er schenkt dem Marienwallfahrtsort einen Rosenkranz.
Daten Peter Anhalt