Feuerlöschwesen in Steinbach

von Peter Anhalt

Das Feuerlöschwesen war immer Pflichtaufgabe einer Gemeinde. Die älteste erhaltene Anordnung der kurmainzer Regierung ist von 1726. Darin wurden die eichsfelder Ortschaften angewiesen, Feuerspritzen anzuschaffen, Spritzenhäuser einzurichten und Feuerlöschteiche anzulegen.  Den ersten Nachweis zum Feuerlöschwesen in Steinbach liefert eine Gemeinderechnung von 1748. Diese Gemeinderechnung gibt Auskunft über die Besoldung des Spritzenmeisters (er bekommt einen Taler) und berichtet von einer Reparatur der Feuerspritze  (3 Taler und 18 Groschen). Des Weiteren tauchen in der Rechnung die Kosten von  zwei Groschen und 8 Pfennige für Brandwein auf. Wahrscheinlich wurde bei der Erprobung der Pumpe getrunken. Auch 1768 wird aus der Gemeindekasse „die Aufseher der Feuerspritze“ mit einem Taler belohnt. Nach einer Rechnung von 1778/1789 muss diese Spritze verkauft worden sein. Sie war wohl gemeinsamer Besitz der Gemeinden Steinbach und Bodenrode. Die Nachbargemeinde Bodenrode bekam nämlich den 3. Teil des Verkaufserlöses (16 Taler und 16 Groschen).  Grund für den Verkauf war die Anschaffung einer neuen Spritze. 71 Taler bezahlte die Gemeinde dafür dem Roth- und Glockengießer Lorenz Koch in Mühlhausen. Von dort wird sie abgeholt und bei der Probe der Spritze wurden Verpflegungskosten für zwei Taler und 21 Groschen abgerechnet. Die Summe beweist,  dass das Feiern bei der Feuerwehr große Tradition hat. Um einen Vergleich für die Qualität und die Leistungsfähigkeit der neuen Spritze zu bekommen, wurde die Leinefelder Feuerspritze herangeholt. Über das Ergebnis dieses frühen Leistungsvergleichs schweigt die Gemeinderechnung. Von 1780 hat sich ein Inventarverzeichnis erhalten. Die Gemeinde Steinbach war im Besitz einer großen Schlauchspritze, zweier Feuer- oder Dachleitern, zweier großer Feuerhaken und natürlich einem Spritzenhaus. 40 große Feuer-oder Dachleitern befanden sich  in Privatbesitz. Sieben offene Brunnen und vier Teiche standen zum Löschen zur Verfügung.

Das Gründungsjahr eines Feuerwehrvereins bzw. einer Freiwilligen Feuerwehr ist allerdings nicht überliefert. Die Mehrzahl solcher Vereine entstand in den 1920er und 1930er Jahren. Im Nachbarort Reinholteterode wurde 1932 ein Feuerwehrverein gegründet, in Westhausen 1934. Nach 1945 wird die Steinbächer Feuerwehr "Freiwillige Feuerwehr Steinbach" genannt.

Frauengruppe der FFW Steinbach

Als eine der ersten im Wirkungsbereich Westhausen wurde 1968 unter Wehrleiter Hugo Schneider eine Frauengruppe aufgebaut. Zu diesem Bereich zählten damals die Dörfer Bodenrode, Reinholterode, Günterode, Glasehausen, Siemerode, Bischhagen, Streitholz, Mengelrode und Steinbach. Kamerad Wolfgang Krell übernahm die Ausbildung. Bald feierte die Frauengruppe bei Wettkämpfen größere Erfolge als die Männermannschaft. Die Gruppe bestand bis ende der 1990er Jahre.

Die Feuerwehr nach 1990

Gleich nach der politischen Wende stellte die Freiwillige Feuerwehr Steinbach 1990 den Antrag auf Gemeinnützigkeit. Eine rechtlich eindeutige Vereinsgründung erfolgte erst 1994.  Die ehemalige Kinderkrippe wurde als Feuerwehrzentrum ausgebaut. Neben den Einsätzen und Übungen sind die Feuerwehrleute im Gemeindeleben stark eingebunden. Bei den Wallfahrten in Etzelsbach sind sie für Parkplätze und die Verkehrsführung zuständig. Jahrelange Routinen sorgen hier für einen reibungslosen Ablauf. Auch das Osterfeuer wird unter der Regie des Feuerwehrvereins organisiert.